Die Rhein-Zeitung hat mir einen Fragenkatalog geschickt. Hier veröffentliche ich vorab meine Antwort:
1. Wie fühlt es sich an, gegen einen Freund in eine solche Stichwahl zu gehen?
Es ist eine besondere Situation, weil man sich kennt und respektiert. Aber in einer Stichwahl geht es nicht um persönliche Beziehungen, sondern darum, wer die Verantwortung übernimmt und die Stadt voranbringt. Am Ende zählt nicht die Beziehung, sondern wer die besseren Lösungen für die Stadt hat!
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2. Für was soll Bad Hönningen unter Ihnen als Stadtbürgermeister stehen?
Für eine saubere, lebendige, sichere, verlässliche und fröhliche Stadt mit einem guten Arbeits- und Dienstleistungsangebot, in der sich Menschen wohlfühlen. Konkret heißt das: eine gepflegte Innenstadt, mehr Ordnung und eine Politik, die Probleme nicht nur anspricht, sondern sichtbar löst. Die Menschen wollen Ergebnisse sehen - genau dafür stehe ich.
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3. Wie unterscheiden Sie und Ihre Pläne sich von Ihrem Kontrahenten?
Der entscheidende Unterschied ist die Umsetzung. Ich habe 15 Jahre Erfahrung in der Kommunalpolitik und weiß, wie man Mehrheiten organisiert und Projekte ins Ziel bringt. Probleme zu beschreiben ist einfach - sie wirklich zu lösen, ist die eigentliche Aufgabe. Am Ende geht es nicht um Worte, sondern um Ergebnisse, die nur mit Mehrheiten im Stadtrat erreicht werden können. Der Bürgermeister ist kein Solist.
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4. Sie gehen als Außenseiter in die Stichwahl. Wie wollen Sie den Rückstand wettmachen?
37,6% ist kein "Aussenseiter-Wert". Ich setze auf Gespräche mit meinen Mitbürgerinnen und Mitbürgern vor Ort und klare Inhalte. Viele Menschen entscheiden in der Stichwahl noch einmal neu - vor allem danach, wem sie zutrauen, die anstehenden Aufgaben wirklich umzusetzen. Vor allem bitte ich meine Wähler, die mich im ersten Wahlgang schon gewählt haben, auch bei der Stichwahl wieder ihre Stimme für mich abzugeben! Das ist sehr wichtig! Jetzt entscheidet sich, wer es wirklich kann. Außerdem hoffe ich, dass die Wahlbeteiligung für mich noch etwas höher wird.
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5. Bad Hönningen gilt als finanzschwache Kommune. Mit welchen konkreten Maßnahmen wollen Sie die Einnahmeseite der Stadt verbessern?
Mehr Einnahmen entstehen nicht durch Worte, sondern durch konkrete Projekte: Die von der Umlage befreiten Einnahmen durch den Ruheforst und die Windkraft sowie Photovoltaik sind ganz konkrete Maßnahmen. Auch die Zusammenarbeit mit der neuen CDU-geführten Landesregierung in Mainz wird dabei eine wichtige Rolle spielen - hier kann ich bestehende Kontakte gezielt für unsere Stadt nutzen.
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6. Das geplante Windkraft-Projekt soll nicht nur grünen Strom produzieren, sondern auch Einnahmen für die Stadt generieren. Bis heute ist aber nicht öffentlich benannt worden, wie hoch die Mindesteinnahmen pro Jahr ausfallen und wie lange der Vertrag mit der Entwicklungsgesellschaft läuft. Können Sie hier Transparenz schaffen?
Der Stadtrat hat dem Nutzungsvertrag mit der Syna bzw. der Entwicklungsgesellschaft BMR mit großer Mehrheit zugestimmt. Es sind noch einige Hürden zu nehmen aber wenn der Vertrag am Ende so umgesetzt wird wie nun vereinbart und geplant, wird die Stadt von den Einnahmen erheblich profitieren. Es gibt eine signifikante Mindestpacht die unabhängig vom Stromertrag fällig ist. Und vom Ertrag fließt ebenfalls ein ordentlicher Anteil an die Stadt. Dieser Ertrag schwankt natürlich von Jahr zu Jahr, je nach dem, wie stark der Wind weht. Die Nutzungsdauer liegt üblicherweise bei voraussichtlich rund 25 Jahren. Anschließend ist entweder ein Rückbau oder auch ein "Repowering" möglich.
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7. Müssen die Besitzer von Wohneigentum angesichts der finanziell schwierigen Haushaltslage mit einer höheren Grundsteuer rechnen?
Mein Ziel ist, zusätzliche Belastungen möglichst zu vermeiden. Das gelingt nur, wenn wir Einnahmen verbessern und den Haushalt konsequent priorisieren. Die Bürger dürfen nicht immer die erste Lösung sein, wenn es finanziell eng wird.
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8. Wo sehen Sie konkretes Einsparpotenzial im städtischen Haushalt?
Wir müssen alle Ausgaben kritisch prüfen und uns auf das konzentrieren, was wirklich Wirkung hat. Nicht jede Maßnahme bringt die Stadt weiter. Jeder Euro muss dort eingesetzt werden, wo er wirklich etwas bewirkt. Der ganz überwiegende Teil der Ausgaben sind Pflichtaufgaben, da hat die Stadt gar keinen Freiraum zu sparen.
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9. In der Bad Hönninger Innenstadt gibt es viele Leerstände. Ist sie überhaupt noch zu retten oder ist der Weg zur reinen Schlafstadt unumgänglich?
Ja sie ist zu retten, aber nur wenn wir handeln. Leerstände, Sauberkeit und Aufenthaltsqualität müssen konkret verbessert werden - nicht nur diskutiert. Eine Innenstadt lebt von Menschen und die kommen nur, wenn es attraktiv ist. Wir werden in "Zeiten des Onlineshoppings" die Innenstadt nicht wieder mit Geschäften füllen können, wie es früher einmal war. Wir müssen uns auf die Ansiedlung von Gewerbe konzentrieren, wo der Besuch im Geschäft entscheidend ist, von der Gastronomie über den Friseursalon, Arztpraxen, Apotheke, Bio-Laden, Vinothek, Änderungsschneiderei, Dienstleistungen aller Art bis zum Tante-Emma-Laden. Für letzteren habe ich wohl möglich einen konkreten Betreiber gefunden.
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10. Mit welchen Festen und Veranstaltungen wollen Sie die Bad Hönninger Innenstadt beleben?
Veranstaltungen sind wichtig, aber sie müssen regelmäßig stattfinden und unterschiedliche Zielgruppen ansprechen. Einzelne Events reichen nicht aus. Belebung entsteht durch Kontinuität, nicht durch Einzelaktionen.
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11. Die in die Jahre gekommenen Rheinanlagen in Bad Hönningen werden von Familien mit Kindern, Hundebesitzern, Radfahrern und Spaziergängern als Naherholungsgebiet genutzt. Wie wollen Sie die Anlage aufwerten?
Die Rheinanlagen müssen sauberer, gepflegter und attraktiver werden. Sie sind ein zentraler Treffpunkt für alle Generationen. Lebensqualität entscheidet sich oft an den Orten, die wir täglich nutzen. Für die Sanierung des Rheinparkplatz und des Rheinufers existiert bereits ein ausgearbeiteter Plan! Bisher scheiterte die Umsetzung an den fehlenden Finanzmitteln. Durch das Sondervermögen des Bundes haben wir nun die Chance, diesen Plan umzusetzen. Hier muss auch eine - wegen des Hochwassers - mobile Gastronomie eingeplant werden auf den Rheinwiesen, ähnlich des Biergartens am Ufer in Bad Breisig.
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12. Eine tragende wirtschaftliche Säule als Stadt am Rhein kann der Tourismus sein. Camping boomt. Wie kann die Stadt hier noch mehr Profit herausschlagen und die städtische Infrastruktur für Camper verbessern?
Der Campingbereich bietet großes Potenzial. Über Ostern ist der Campingplatz mit 420 Campern ausgebucht. Die vielen Touristen stärken schon enorm den Umsatz der Supermärkte und Gastronomie vor Ort. Mit besserer Werbung und klaren Angeboten können wir mehr Gäste des Campingplatz für die Restaurants in Bad Hönningen gewinnen. Tourismus ist kein Selbstläufer - man muss ihn aktiv entwickeln. Dazu gehört u.a. auch die Neueröffnung des Minigolfplatz.
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13. Ein Besuchermagnet ist auch die privat betriebene Therme am Rhein. Inwieweit gibt es hier noch Potenzial den Wellness-Standort Bad Hönningen weiter auszubauen?
Die Therme ist in meinen Augen der Dreh- und Angelpunkt von Bad Hönningen! Wir sind ein Heilbad, wir sind BAD Hönningen! Was der Therme gut tut, ist gut für ganz Bad Hönningen! Durch gute Zusammenarbeit können wir Bad Hönningen als Wellness-Standort weiter stärken.
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14. Für Sie beide gilt nur eine verkürzte erste Amtszeit. Im Jahr 2029 wird im Rahmen der Kommunalwahlen erneut der Stadtbürgermeister, aber auch ein neuer Stadtrat gewählt. Steht heute schon fest, dass Sie in drei Jahren noch mal kandidieren wollen?
Mein Fokus liegt jetzt auf der Stichwahl und den Aufgaben, die vor uns liegen. Alles Weitere kommt danach. Jetzt zählt, was in den nächsten Jahren passiert - nicht 2029.